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Wenn das Leben an eine Weggabelung führt...

Manchmal verändert sich das Leben nicht, weil wir es geplant haben.

Eine Beziehung gerät ins Wanken. Die Kinder werden selbstständig und verlassen das Elternhaus. Der Beruf, der lange Sicherheit gegeben hat, fühlt sich plötzlich nicht mehr richtig an. Eine Krise, eine Krankheit oder ein Verlust zwingt uns dazu, innezuhalten.

Und manchmal gibt es keinen einzelnen Auslöser.

Es ist einfach irgendwann dieser Gedanke:

Ich kann so nicht mehr weitermachen.

Viele Menschen, die lange Verantwortung übernommen haben, versuchen in solchen Phasen zunächst, noch stärker zu funktionieren.

  • Sie leisten mehr.
  • Sie kümmern sich mehr.
  • Sie versuchen, Beziehungen zusammenzuhalten.
  • Sie übernehmen Verantwortung – manchmal sogar dort, wo niemand sie darum gebeten hat.

Doch was passiert, wenn genau diese Strategien irgendwann nicht mehr funktionieren?

  • Wenn Leistung keine Sicherheit mehr gibt?
  • Wenn das Gebrauchtwerden nicht mehr automatisch Zugehörigkeit bedeutet?
  • Wenn wir feststellen, dass wir so lange versucht haben, für andere da zu sein, dass wir kaum noch wissen, was uns selbst eigentlich trägt?

Dann kann sich das zunächst wie ein Verlust anfühlen.

  • Wie Erschöpfung.
  • Wie Orientierungslosigkeit.
  • Manchmal sogar wie ein Stillstand.

Doch vielleicht ist genau dieser Moment auch eine Weggabelung.

Nicht unbedingt, weil wir schon wissen, welchen neuen Weg wir einschlagen wollen.

Sondern weil wir beginnen können, andere Fragen zu stellen.

Was möchte ich eigentlich behalten?

Was möchte ich nicht mehr weitertragen?

Welche Verantwortung gehört wirklich zu mir – und welche habe ich übernommen, weil ich glaubte, sonst meinen Platz, meine Zugehörigkeit oder meine Sicherheit zu verlieren?

Und vielleicht die wichtigste Frage:

Wer bin ich, wenn ich nicht mehr ständig leisten muss, um meinen Wert zu beweisen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich diese neue Beitragsreihe.

Es geht um Erschöpfung und Resilienz, um Selbstwert und Grenzen, um Leistung und Zugehörigkeit, um Bindung und Verlustangst – und um die Suche nach einem inneren Halt, der nicht ausschließlich davon abhängt, wie andere Menschen uns bewerten.

Vielleicht stehen auch Sie gerade an einer Weggabelung.

Dann müssen Sie nicht sofort wissen, wie der weitere Weg aussieht.

Vielleicht reicht es für den Anfang, kurz stehen zu bleiben.

Und sich zu fragen: Was davon trage ich eigentlich noch – obwohl ich es längst nicht mehr tragen möchte?


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